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Was ist Liebe wirklich?

Was ist Liebe wirklich?

Liebe ist nicht nur eines der am häufigsten benutzten Wörter, sondern auch das am meisten erwünschte und geschätzte Gefühl.

Von allen Seiten wird wiederholt, dass unsere Welt Liebe am dringensten braucht und dass wir Menschen am glücklichsten sind, wenn wir lieben und geliebt werden. Und dennoch taucht die grosse Frage auf:

Wissen wir eigentlich wirklich, was Liebe ist?

Sehr häufig wird Liebe mit Verliebtheit verwechselt, denn wenn von Liebe gesprochen wird, taucht vor unserem geistigen Auge als erstes das Bild eines Liebespaares auf. Seit unserern Kindertagen bekommen wir suggeriert, dass eine der Hauptaufgaben im Leben darin besteht unsere " andere Hälfte" zu finden.

Wer kennt nicht das Gefühl, bis über beide Ohren verliebt zu sein, wie auf Wolken zu schweben und die ganze Welt durch eine rosarote Brille zu sehen?

Alle, die wir dieses Gefühl kennen und erlebt haben, wissen, dass es wohl das intensivste Gefühl ist, welches das Leben uns zu bieten hat. Nicht umsonst ist Liebe ja auch das Haupthema vieler Filme, Lieder, Gedichte, Bücher und Kunstwerke.

Besonders bei der ersten Verliebtheit im Leben, wenn wir von diesen starken Gefühlen vollkommen überwältigt werden, sind wir felsenfest davon überzeugt, dass diese Liebe ewig andauern wird. Wir glauben fest daran, dass die grossen Gefühle, die uns verbinden, ausreichen, um an der Seite der geliebten Person ein Leben lang glücklich zu sein.

Doch irgendwann kommt dann der Tag, an dem wir von diesem Traum erwachen und feststellen, dass nicht nur die Gefühle sich verflüchtigt haben, sondern der Mensch nichts mehr mit der Person zu tun haben scheint, in die wir uns verliebt hatten.

Was ist passiert und warum hat sich "die Liebe" verflüchtigt?

Bevor wir Antworten auf diese Fragen suchen, schlage ich vor, wir versuchen zuerst herauszufinden, was denn Liebe wirklich ist.

Schon vor Jahrtausenden lehrten die griechischen Philosophen, dass es nicht eine, sondern drei Grundarten der Liebe gibt: Eros, Philia und Agape.

Wohl jeder weiss, was Eros bedeutet: die leidenschaftliche, romantische Liebe, die aus sexueller Anziehungskraft ensteht.

Auch Philia ist uns gut bekannt: die Liebe zwischen Familienangehörigen, Freunden und sich nahestehenden Menschen.

Diese Arten der Liebe sind uns vertraut und es gibt ein gemeinsames Band, welches sie verbindet: Es handelt sich überwiegend um eine konditionierte Liebe.

Schon in unseren ersten Lebensjahren müssen wir die traurige Erfahrung machen, dass selbst unsere Eltern und engste Familie uns in den seltensten Fällen bedingungslos so lieben, wie wir sind, sondern dass man sich diese Liebe und Anerkennung verdienen muss.

Was geschieht wohl in der Seele eines Kindes, dem man ständig wiederholt: " wir lieben dich nur dann, wenn du artig bist, wenn du gute Noten mit nach Hause bringst und die Regeln der Famile einhältst."?

Nachdem wir als Baby mit Liebe und Aufmerksamkeit überschüttet wurden, ohne etwas dafür tun zu müssen, entdecken wir einige Jährchen später, dass diese Liebe uns nicht mehr einfach geschenkt wird, sondern dass man sie sich verdienen muss.

Wir lernen, dass wir uns anstrengen müssen, um geliebt zu werden und das diese Liebe einen hohen Preis hat: Man bekommt sie nur, wenn man die Ewartung der anderen erfüllt.

Im Moment dieser erschütternden Entdeckung geschieht etwas, was den gesamten Rest unseres Lebens bestimmen kann.

Der Schmerz darüber, nicht bedingungslos geliebt und angenommen zu werden, erzeugt häufig ein so starkes Trauma, dass es uns bis zum Ende unserer Tage prägen kann. 

Als Ergebniss dieses Prozesses lernen wir, mit der Zeit, aus Selbstschutz, immer mehr unser eigentliches Wesen zu unterdrücken und erschaffen stattdessen ein persönliches Ego, mit dem man in einer feindlichen Welt bestehen kann.

Diese übernommene Persönlichkeit wurde von den griechischen Philosophen " die Maske" genannt,

Kannst du dir vorstellen, wie ein solches Kind reagiert, wenn es zum Erwachsenen wird?

Die Antwort auf diese Frage ist denkbar einfach:

Das Leben hat den meisten von uns gezeigt, dass es nötig ist, sich zu verbiegen um anderen zu gefallen und ihren Erwartungen zu entsprechen. Wie sollten wir als Erwachsene anders reagieren, als, von unserer Seite aus, genau dasselbe von anderen zu erwarten und zu fordern.

In der Praxis finden sich deshalb fast immer zwei verletzte Personen, welche ihre Sehnsüchte, Wünsche und Enttäuschungen auf den anderen übertragen, besonders bei Liebespaaren und in Eltern/ Kind Beziehungen.

Aus dieser Perspektive betrachtet, ist es sonnenklar, dass solche Beziehungen wenig Chancen auf Bestand haben, und man versteht, warum es so viele gescheiterte und unglückliche Beziehungen gibt.

An dieser Stelle drängt sich die Frage auf, was wir tun können, um diesem Teufelskreis zu entrinnen.

Gibt es etwas, dass uns von diesem Alptraum befreien kann?

Zum Glück lautet die Anwort: Ja, es gibt eine Lösung und es handelt sich um die dritte Art der Liebe: Agape oder bedingungslose Liebe.

Diese Art von Liebe ist leider noch wenig verbreitet und sehr selten, denn es gibt noch zu wenig Beispiele und Vorbilder von Menschen, die es geschafft haben, diese Liebe in sich zu erwecken und auch in der Praxis auszuleben. Und dennoch ist es die einzige Liebe, welche die Menscheit von ihren Konditionierungen befreien kann.

Der erste Schritt, um sich dieser Liebe anzunähern und sie zu erwecken, besteht darin, das Trauma des inneren Kindes in uns zu heilen und gleichzeitig unser ureigenes Wesen ( nennen wir es unsere Seele) wieder zu befreien.

Erst nach dieser Heilung und Befreiung, sind wir bereit dazu, all die Talente und Gaben, die wir in die Wiege gelegt bekommen haben, anzunehmen, zu entfalten und das künstliche Ego abzulegen.

Als befreite Erwachsene sind wir in der Lage unser ureigenes Wesen zu beschützen und bedindingunslos anzunehmen und zu lieben, ohne die Notwendigkeit der äusseren Bestätigung.

Es ist tatsächlich wahr: wir verdienen bedingungslose Liebe, ohne etwas anderes als Liebe dafür zu verschenken!

In dem Moment, in dem unsere Seele das Geschenk der bedingungslosen Liebe erhält, beginnt sie sich in ihrer ganzen Pracht zu entfalten und im selben Moment gewinnen wir auch unsere verlorene innerere Unschuld zurück. 

Unsere Welt benötigt dringend mehr befreite und geheilte Menschen, die in der Lage sind, sich selbst und andere ohne Erwartungen und Bedingungen zu lieben.

Erst in einem Raum aus Liebe und Annahme können wir uns voll entfalten und unser gesamtes Potential zum Ausdruck bringen, welches vorher in einem Korsett gefangen gehalten wurde.

Ein liebender Mensch gibt stets nur das Beste für sich und andere und sobald wir damit aufhören, uns und anderen die Flügel zu stutzen, können wir unsere Flügel voll enfalten und ausbreiten.

Selbstverständlich bedeutet bedingungslose Liebe nicht, dass wir gewälttätige, manipulative oder, in der Oferrolle verharrende Personen um uns herum erdulden sollen.

Ein Mensch mit gesunder Eigenliebe hat gelernt sich vor ungesunden Übergriffen zu schützen, was auch beinhaltet sich von Personen und Situationen, die uns schaden könnten, fernzuhalten.

Ich glaube fest daran, dass wir mit offenem Herzen und wachem Geist stetig mehr liebevolle und erwachte Menschen in unser Leben ziehen, mit denen wir unsere Liebe und Freude teilen können.

Sobald wir uns erlauben bedingungslos zu lieben, kann diese Liebe die gesamte Welt bis ans Ende des Universums überfluten. 

Lasst uns das Zeitlalter von Agape einläuten!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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